Den Sektenwahnsinn nochmal kurz auf den Punkt gebracht

Meine Frau fing an, ab ca. 2010 die (meiner Meinung nach) Sekte Wort und Geist in Nürnberg zu besuchen. Das führte zu radikalen Persönlichkeitsveränderungen bei ihr. Inzwischen sind wir getrennt und ich lasse mich demnächst von ihr scheiden. Was da alles abging möchte ich noch einmal in einem Beitrag zusammenfassen:

  • Seit meine Frau zu Wort und Geist ging begann sie, sich zu verändern. Sie wurde offener, ich-zentrierter, emotionsloser und legte immer mehr Wert darauf, „alleine dazustehen“. Dass sie stark und unabhängig ist, wurde immer wichtiger.
  • Innere Werte wurden unwichtiger, äußere/weltliche Werte rückten immer mehr in de Vordergrund: Kleidung, Schuhe, Geld, Auto,

Mir kam das damals schon seltsam vor, dass eine Gemeinde mit ihren Predigten solche Veränderungen hervorrufen konnte.

  • Sie besuchte mehr und mehr Veranstaltungen, las alle Bücher (meistens von Hemut Bauer, dem Pastor dort), meldete sich zur Bibelschule an und hörte deren MP3´s die ganze Zeit. Hier nahm die Gehirnwäsche ihren Lauf
  • Unsere Beziehung wurde neutraler, da sie auch hier stark demonstrierte, von Umständen unabhängig zu sein. Es war plötzlich unwichtig, ob ich Blumen mitbrachte, ob wir Zeit miteinander hatten oder nicht … ihr ging es demonstrativ immer gut.
  • Ich denke 2010 zum ersten Mal darüber nach, wie es wäre, wenn es auseinander geht
  • Da die Veränderungen offensichtlich durch Wort und Geist kommen, thematisiere ich das auch, da mir an unserer Ehe sehr viel liegt. Meine Frau lässt das in keinster Weise stehen, weist alles von der Hand
  • Freunde von uns beginnen, die Veränderungen bei meiner Frau zu bemerken, sind besorgt und teilweise entsetzt über so einen Sinneswandel
  • All das hilft nichts, sie verändert sich immer mehr, ist immer losgelöster von mir und unverbindlicher. Ich merke dass sie sich anderen Leuten zuwendet

Für mich waren die Veränderungen furchtbar, da die Lehre von Wort und Geist bewirkte, dass meine Frau weltliche Bindungen nicht mehr für gut und wichtig hielt. Sie vertrat die klassischen Wort und Geist Ansätze:

  • alle weltlich geschlossenen Bindungen sind erst mal ungültig/unwichtig, da nicht von Gott. Egal ob Familie, Eltern, Ehepartner …
  • wenn jeder im Geist stark würde, dann sind beide göttliche Wesen und DANN ist die Beziehung stark und von Gott gewollt

… ich bekam immer mehr die Krise, weil bei dieser Denkweise Emotionen, GEfühle, Bedürfnisse und Romantik völlig auf der Strecke blieben. Und zu dieser Zeit trennten sich bei und durch Wort und Geist reihenweise Ehepaare. Immer das gleiche: Einer (oder beide) waren davon überzeugt, dass er jetzt göttlich und so toll ist, dass Gott eine andere Person als den besseren Partner auserkoren hat…

  • Schon 2010 warnte ich sie davor, dass Wort und Geist eine Sekte sei und unsere Beziehung zerstören würde. Hier hört sie sogar noch auf mich, geht für eine Zeit nicht mehr hin, doch die Predigten und Bücher zieht sie sich weiter rein
  • doch unterm Strich macht sie mit allen sachen weiter und lässt auch nicht mit sich reden …
  • Ich habe immer mehr Angst um unsere Ehe, mir geht es immer schlechter, Schlafstörungen setzen ein
  • Da ich wirklich interessiert daran bin, dass „alles wieder wird“ lasse ich mich sogar darauf ein, ein paar mal mit zu WuG zu gehen. Katastrophe! Bei den Predigten wird laut rumgebrüllt, die Besucher umarmen sich wild durcheinander, der/die Prediger wiederholen laut schreiend ihre „biblischen“ Aussagen, die Menge wiederholt oder stimmt johlend zu … es ist schlimm. Ein anderes mal, will ein befreundetes Ehepaar auch mitgehen, um sich ein eigenes Bild verschaffen zu können. Diese Veranstaltung ist noch schlimmer. Wieder umarmen sich alle wild, ein Opa lässt einen 10-Jährigen nicht mehr los, streichelt in die ganze Zeit, die Menge tobt und johlt … die Atmosphäre ist unaushaltbar. Wir müssen früher gehen, weil unsere Freunde es nicht mehr aushalten. Ich sitze am Ende weinend im Auto, weil meine Frau nichts einsieht, die Gefahr nicht wahrnimmt und ich an diesem Punkt weiß, dass unsere Beziehung das nicht überleben wird, wenn sie weiterhin „dabei ist“.

Nun vergehen weitere Jahre, das Thema wird ausgeklammert, weil meine Frau nicht darüber sprechen will. Doch weitere Veränderungen lassen nicht lange auf sich warten:

  • Meine Frau versteht sich immer besser und besser mit einem Freund von uns (unser Nachbar), findet ihn toll, lässt sich ärtzl. nur noch von ihm behandeln (er ist Arzt)
  • Die beste Freundin meiner Frau geht nun auch zu Wort und Geist, die beiden fangen an täglich miteinander zu telefonieren
  • bei den Telefonaten müssen inzwischen die Kinder aus dem Zimmer gehen, dürfen nicht dabei sein (finden das auf blöd, jammern oder weinen sogar deswegen)
  • Mein Sohn (damals 10) schöpft Verdacht, dass da „etwas nicht stimmt“, spricht mich darauf an (fleht mich an, ich solle Mama aus Wort und Geist rausholen)
  • Unsere Beziehung wird immer neutraler, sie steht immer mehr alleine da, will das auch so
  • Emotionale Aufgeschlossenheit von ihrer Seite: Null
  • Die Kinder treffen Aussagen wie: „ich möchte die alte Mama zurück haben, die war besser“, „Mama soll lieber Antenne Bayern hören und keine Wort und Geist Predigten. Die tun ihr nicht gut“ „ich wünschte, ich wäre noch ein Baby, dann wäre Mama immer für mich da und nicht nur für ihre beste Freundin“
  • Es fängt an, dass ich nicht mehr wirklich neben ihr schlafen kann, liege nächtelang wach, oder fahre mit dem Auto durch die Nacht

Weitere Veränderungen bei ihr:

  • Sie will nur noch Luxusurlaub machen, lehnt meine Urlaubsvorschläge ab
  • will mehr und mehr mit dem Nachbarn/seiner Familie am Wochenende etwas machen
  • Spieleabend als Familie: Keine Lust
  • Sie isoliert sich immer mehr von ihren Eltern und Geschwistern. Die schlagen teilweise auch schon Alarm bei mir.
  • Der Kontakt zum Nachbarn wird immer enger und intensiver
  • Sie geht inzwischen regelmäßig zu ihm zum Kaffee (wartet sogar bis seine Frau nicht da ist), vertraut ihm ihre intimsten Details und Gedanken an
  • Verbündet sich mit ihm, sie planen Aktionen, bei denen sie mir gemeinsam „eins auswischen“ können (Ehering verstecken, mich bei Facebook bloßstellen)
  • sie kann nachts nicht mehr schlafen, weil er keine Whatsapps mehr schreibt, will, dass seine Art auf sie abfärbt, hält die Beziehung zwischen ihr und ihm für gottgeführt
  • Meine Frau spricht mit ihrer besten Freundin darüber, dass der Nachbar (bei der Freundin ein anderer Typ aus Wort und Geist) ein neuer, göttlicher Partner sei. Über mich und den Ex Mann der Freundin lachen sie sich minutenlang tot, singen jubelnd Wort und Geist Lieder und hören gar nicht mehr auf, hämischzu lachen
  • findet unsere Hochzeitsfotos und den Hochzeitsfilm (bei dem sie für mich gesungen hat) sau peinlich vor ihm
  • sie zieht mich mit meiner Art und wie ich meine Firma führe total durch den Dreck mit ihm und verlacht mich aufs Schlimmste
  • Sie ist von ihrer Art her mir gegenüber nur noch aufgesetzt

März 2016, ich lasse mich inzwischen coachen, weil ich das alles auf die Reihe bekommen will. Es geht mir echt dreckig! Doch ich stelle langsam fest was ich NICHT mehr will in einer Beziehung und wie ich mir mein Leben vorstelle. Weitere Gespräche mit ihr folgen, doch alle erfolglos. Irgendwann ging sie dann (mirzuliebe) zwar nicht mehr zu WuG, doch mit der Sache ist sie verbundener den je (hört weiterhin Predigten, liest Bücher etc.). Auch ihre Eltern, ihre Geschwister, Freunde etc. sind entsetzt, dass sie zu Wort und Geist geht.
Als meine Frau erfährt, dass ich mit dem Nachbarn und auch mit einem Arbeitskollegen über Wort und Geist gesprochen habe ist sie völlig entsetzt („Dann wissen die ja, wo ich hingehe“ „Hast Du auch den Namen Wort und Geist gesagt?“)

Ich schlage vor, dass wir uns mal mit einem sehr eng befreundeten Ehepaar zum Vierergespräch treffen. Dem stimmt sie mürrisch zu. Das Gespräch endet im Desaster, weil sie sich keinen Millimeter auf mich zu bewegt. Das befreundete Paar ist entsetzt.

Juni 2016, ich trenne mich zum ersten mal von ihr. Ist eine Riesenkatastrophe. Sie will das alles nicht … Ich fordere sie auf, auszuziehen, macht sie nicht… nach 3 Tagen gibt es wieder ein Gespräch und wir versuchen es noch einmal. Doch es ist wie nach jedem Crash: Sie ist für ca. 3 Tage wieder nahbar, doch dann kehrt die Distanz und die Coolness zurück (diese typische Wort und Geist Distanz)

Es folgen verzwiefelte Versuche von mir, das alles wieder ins Lot zu bringen:

  • Ich will in unsere Beziehung investieren, gemeinsame Zeit, Sport, Nähe, Reden, neues gemeinsames Ziel: das lehnt sie ab
  • Ich schlage irgendwann Paartherapie vor: Das lehnt sie vehement ab
  • Will mit ihr tagsüber mal Kaffetrinken gehen: keine Zeit

Ich bekomme das Gefühl, sie nimmt nicht war um was es hier alles geht …

Die Telefonate mit der Freundin und mit dem Nachbarn werden immer mehr. Die Kinder beschweren sich immer mehr darüber. Meine mittlere Tochter ist traurig, weil Mama nicht mehr so für sie da ist, der Sohn wünscht sich, dass Mama wieder wie früher ist…

Es folgen Streits, Streits, Streits, ich fordere, dass sie keinen Kontakt zu besagtem Nachbarn mehr haben solle. Sie sagt nur mürrisch: „Ich lasse mir doch nicht vorschreiben von Dir, mit wem ich Kontakt habe“.
Doch dann lenkt sie doch ein.
… um das Versprechen ein paar Wochen später doch wieder zu brechen. Sie hat wieder Kontakt. Ich bekomme ein Gespräch zwischen den beiden mit: Intimste Details aus unserer Beziehung, hämisches Gelache über mich, gemeinsames Planen, meinen Ehering zu verstecken, mich auf Facebook bloszustellen … die beiden haben sich tatsächlich gemeinsam gegen mich verbündet … ich falle aus allen Wolken. Als ich meine Frau darauf anspreche leugnet sie alles … doch ich habe es mit eigenen Ohren gehört. In mir bricht erneut eine Welt zusammen.
Ein weiterer verzweifelter Trennunsgversuch folgt … ist aber nach 16 Jahren Ehe nicht so einfach …

Es geht weiter:

  • Sie wird immer emotionsloser mir gegenüber
  • ist mit Herrn Nachbarn enger den je
  • ist mit der Freundin enger den je
  • Flippt gegenüber den Kindern immer öfter aus

Ich hielt es einfach nicht mehr aus und bereitete mich darauf vor, auszuziehen. Eigentlich wollte ich ja, dass sie ihre Koffer packt, das Haus gehört ja mir, unten wohnen MEINE Eltern, doch das kommt für sie nicht in Frage. Also packete eben ich meine Koffer.

Im Januar 2017 bin ich ausgezogen, bin erst mal total froh, dass ich meine Ruhe habe, fiel dann aber ich ein echt dunkles Loch. Ich wollte es nicht wahrhaben, und versuchte auch da noch die Beziehung zu retten. Inzwischen hatte meine Frau doch einer Paartherapie zugestimmt. Wir gingen dort hin, doch ihr Auftreten dort war einfach krass: Überheblich, absolut selbstsicher („ich weiß gar nicht, was Sie uns zu sagen hätten“), arrogant. Das Gleiche beim Notar (sie wollte alles geregtelt haben, Hälfte vom Haus etc.).

Mir fehlte einfach die Einsicht und auch das „auf-mich-Zugehen“ … es kamen nur Forderungen, coole Sprüche, Selbstsicherheit … im Endeffekt eben das was man bei WOrt und Geist eingetrichtert bekommt: Man ist immer richtig, man ist göttlich, es kann einem nichts passieren …

Weiterer Wahnsinn während ich ausgezogen bin:

  • Die beste Freundin sagt meinen Mädels dass Mama und sie keine Menschen mehr sind sondern Geister … Meine Mädels sind total irritiert darüber
  • Der besagte Nachbar flippt im Urlaub auf Mallorca meinem Sohn gegenüber total aus, beschimpft ihn aufs Schlimmste als Spastiker und schreit ihn an. Meine Frau ist mit dabei und lässt ihn gewähren, sagt nichts.
  • Sie plant mit ihrer besten Freundin Wochenenden bei Wort und Geist Events, Hamburg, Bayerischer Wald, und möchte die Veranstaltung wieder besuchen
  • Meine Tochter versteht sich sehr gut mit ihrer Reli Lehrerin, möchte mit ihr auch über die Situation reden und sie einmal zu Hause besuchen (die Reli Lehrerin hat nichts dagegen): meine Frau möchte das nicht
  • Sie hat wahnsinnig hohe finanzielle Forderungen, die mich an den Rande des Ruins treiben würden
  • Sie gibt das Geld mit vollen Händen aus, lässt für alle handwerklichen Dinge Handwerker kommen, kauft sich für über 2000 € ein Bett und zahlt auch noch ihre Anwaltsrechnung von unserem gemeinsamen Konto.

End vom Lied war dann, dass ich nicht wieder eingezogen bin und ich mich jetzt von ihr scheiden lassen. Ich habe in der Zeit zwischen Jan. 2017 und April 2017 erkannt, dass sie sich durch WuG zu arg verändert hat und ihre Persönlichkeit zu arg beeinflusst wurde.

War für sie natürlich nochmal extrem schlimm, weil sie dachte, ich würde mich umentscheiden. Ich hatte ihr das auch (gemeinsamer Urlaub f. 2017 gebucht) signalisiert. Einfach aus dem Ding heraus, dass ich es bis dahin nicht glauben konnte/wollte, dass 16 Jahre Ehe gescheitert waren. Das muss man erst mal verinnerlichen.

Inzwischen bin ich wieder liiert und auch sehr glücklich damit. Seit Jahren endlich mal wieder Normalität und ein normales Beziehungsleben ohne geistlichen Wahnsinn.

Allgemein

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